Brustimplantatkrankheit (BII), Krebs (BIA-ALCL), Unverträglichkeit von Zusatzstoffen, Unverträglichkeit von Silikonimplantaten, Kapselfibrose, Silikontoxizität oder unheilbare Autoimmunkrankheiten.

Mit Erlaubnis des Vereins “Risiken von Silikonimplantaten” darf ich hier deren Text kopieren und veröffentichen. (Quelle im Verlauf)

“Wird jeder krank durch Brustimplantate?”

Wir antworten mit einem klaren JAIN!” Es gibt wirklich sehr viele Frauen, denen es mit Brustimplantaten sehr gut geht – die keine gesundheitlichen Einschränkungen haben. Aber auch deren Immunsystem arbeitet ständig gegen einen Fremdkörper und kann ggf. andere Krankheiten nicht mehr so gut abwehren. Das Immunsystem arbeitet permanent auf Hochtouren, um diesen Fremdkörper vom eigenen Körper zu isolieren. Warum sonst wird eine körpereigene Kapsel um das Implantat gebildet? Wenn Ärzte einem diesen Sachverhalt schildern, klingt das so harmlos und logisch und man fühlt sich in trügerischer Sicherheit. Wenn das Implantat durch die Kapsel vom Körper geschützt ist, kann mir ja nichts passieren. Im Gegenteil.
Es ist ein Prozess, manchmal über Jahre oder Jahrzehnte. Wir haben Frauen getroffen, denen es mehr als 10 Jahre sehr gut ging und schleichend hat Erschöpfung und Krankheit eingesetzt und man schob es auf das Alter oder auf die Hormone oder schlimmer sogar noch auf die Schwangerschaft. Eine Frau im Krankenhaus erzählte zwei Tage nach Ihrer Explantation: “Das ist nach 2 Jahren das erste Mal, dass ich eine Wasserflasche eigenständig öffnen kann. Das konnte ich schon lange nicht mehr!” Sie ist 60 Jahre und trug ihre Implantate 17 Jahre – davon ca. 13 Jahre völlig beschwerdefrei. Die Implantate waren bei der Entnahme völlig intakt und natürlich seinerzeit die “Besten” und “Neuesten”, die man in Deutschland bekommen konnte. Sie hat sich damals in Deutschland bei einem sehr guten Arzt mit sehr guten Implantaten operieren lassen. Sie ist also einzig und allein vom Fremdkörper schleichend krank geworden. Und zwar so krank, dass sie keine Wasserflasche mehr öffnen konnte. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, dass ihre Implantate dafür verantwortlich sind. Heute geht es ihr wieder gut.
Einzelfälle? Nein – leider Massenfälle!
Diese Geschichte und mehr als 110.000 andere Geschichten (Dunkelziffer mit Sicherheit weit höher) zeigen, dass jeder zu jederzeit krank werden kann. Ob das Implantat eine Ruptur (bis zu 30 % in den ersten 10 Jahren möglich) aufweist oder heil ist und durch Silikon Bleeding lediglich Silikon schleichend in den Organismus gelangt.
Es kommt doch nur auf die Qualität des Herstellers an? 
Weiterhin weisen wir darauf hin, dass es egal ist, welcher Hersteller! Leider ist es so, dass Ärzte von den schlechten PIP und jetzt Allergan sprechen und sagen, dass das mit den heute neuesten und besten Implantaten nicht passiert. Allerdings gibt es keine Beweise dafür, dass Implantate sicher sind. Plastische Chirurgen sagen gern, dass es für die Brustimplantkrankheit auch keine Beweise gibt, um ggf. ihr eigenes Geschäft nicht zu gefährden. Implantate müssen vor Zulassung nicht getestet werden. Als Allergan und Mentor in 2006 nach einem Verbot (galt von 1992 für kosmetische Operationen in den USA) eine Zulassung bekommen hatten, galten diese als die Besten und neusten. Wei es immer angeblich ist, so lange in Langzeitstudien nicht zahlreiche Vorkommnisse gemeldet wurden. Es gab damals bei Zulassung auch keine Langzeitstudien und durch uns (Frauen, die sie getragen haben und schwer krank geworden sind) liegen bedauerlicherweise diese Langzeitstudien vor.
Die Plastischen Chirurgen sind glaubwürdiger als eine Homepage?
Spannend ist auch zu beobachten, das Frauen, die zum ersten Mal von dieser Thematik hören und ggf. unsere Homepage sehen, nicht glauben, was hier alles steht. Sie zitieren die Worte der Plastischen Chirurgen. Sie berichten von den schlechten Implantaten. Weisen darauf hin, dass hier Studien von den guten Implantaten fehlen würden, denn die hier veröffentlichen Studien (von z. B. Mentor und Allergan) sind natürlich so schlecht, weil diese Implantate ja bekanntlich nicht mehr gut sind. Das sind ja auch die Alten! So ein Quatsch! Zum einen gibt es in Europa keine Studien, weil diese nicht verpflichtend sind. Zum anderen ist es in Europa viel leichter ein Medizinprodukt zuzulassen als in den USA! So z. B. auch die “tollen” neuen B-Lite Produkte. Aus unserer Sicht ein Skandal, den wir auch beim BfArM schon moniert haben. Auch ein seriöser Arzt wird sagen, dass diese B-Lite Produkte noch nicht lange genug auf dem Markt sind, um verlässliche Aussagen zur Sicherheit machen zu können. Das Zulassungsverfahren in Deutschland, ja sogar in ganz Europa ist ein Witz! Der TÜV (Technischer Überwachungsverein) testet die Implantate technisch! Zwei Beispiele wie leicht Implantate in Europa auf den Mark kommen.
Implantate werden nicht ausreichend getestet – sie können nicht sicher sein!
1) Es ist eine der absurdesten und schockierendsten Episoden der “Implant Files”, einem weltweiten Gesundheitsskandal. Eine niederländische Journalistin gab ein Mandarinen-Netz für ein Vaginal-Implantat aus – und erhielt dafür beinahe eine Zulassung. Fokus: https://www.google.com/search?q=orangennetz+als+Medizinprodukt&rlz=1C5CHFA_enDE704DE711&oq=orangennetz+als+Medizinprodukt&aqs=chrome..69i57j0.5838j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8
2) Ende 2012 hatte der TÜV Süd dem Herzschrittmacherhersteller “Nanostim” keine Zulassung erteilt – die Prüfer forderten weitere Tests. Doch statt dieser Aufforderung nachzukommen, besorgte sich der US-Hersteller St. Jude Medical die erforderliche Zertifizierung bei einer Prüfstelle in Großbritannien – und erreichte so die Zulassung des Schrittmachers für ganz Europa. Spiegel: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-136751688.html
Fakt ist also: In Europa sind für die CE-Zertifizierung keine Langzeitstudien gefordert. Medizinprodukte werden hier nur auf “Funktionalität geprüft”. Dabei wird auf vorhandene Produkte reflektiert. Es ist für den medizinischen Fortschritt auch nachvollziehbar, dass z. B. Herzschrittmacher nicht erst 10 Jahre getestet werden müssen, aber warum kommen ständig neue Brustimplantate für kosmetische Zwecke auf den Markt? Warum werden die schon bekannten Risiken nicht ausgewertet? Es heißt immer wieder “…das sind die neuesten und besten Implantate…”. Sinnvoll erscheint dies nicht, immer wieder die neusten Implantate ohne Langzeitstudien zu implantieren. Das Ergebnis ist, dass sich alle paar Jahre ein neuer Skandal abzeichnet und eine neue Rückrufaktion durch die Presse geht. Die Implantaten werden also lieber an uns “getestet” und Risiken werden nicht dokumentiert und vor allem nicht ausgewertet und uns zugänglich gemacht. Der Blick auf die Angaben zur Häufigkeitsverteilung macht schnell deutlich, dass so ein Beipackzettel bei Implantaten endlos lang sein würde.
Die FDA fordert wenigstens bei Zulassung von Brustimplantaten Langzeitstudien, die im Nachhinein anzufertigen sind. Auch wenn bisher keine Langzeitstudie (10 Jahr sind gefordert) abgeschlossen wurde, so gibt es darin zumindest Beweise, dass man an Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Chronischer Erschöpfung leiden kann.

 

“Bei Risiken und Nebenwirkungen zu Brustvergrößerungen mit Silikonimplantaten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker”.

Fragt lieber die erkrankten Frauen, die sich in den sozialen Medien zusammenschließen. Hier findest Du Risiken, die nicht im Aufklärungsbogen stehen oder von Ärzten heruntergespielt werden. Warum gibt es eigentlich keinen Beipackzettel für Implantate. Jedes noch so “harmlose” Medikament muss Nebenwirkungen dokumentieren. Es ist zugegebenermaßen sehr aufwendig bei Medizinprodukten vor Zulassung ausreichend lange Studien durchzuführen, aber es gibt ausreichend Beweise, dass ein Beipackzettel zwingend notwendig wird!

Erläuterungen zu den Häufigkeiten bei Risiken für Medikamente.

Übertragen auf Implantate würde in diesem Beipackzettel stehen:

sehr häufig – Muskelschmerzen
sehr häufig – Gelenkschmerzen
sehr häufig – Chronische Müdigkeit
sehr häufig – Kopfschmerzen, Nackenschmerzen

Messie-Syndrom oder Desorganisationssyndrom?

 

Mit dem Messie-Syndrom verbinden viele das anhäufen von Müll. Der ein oder andere wird in seinem Leben mal bei dem ein oder anderen Umzug schon geholfen haben. Oder eine Räumung nach einem Todesfall.

Ich habe viele Menschen gesehen und auch begleitet, die in ihrem Leben an einen Punkt ankamen, wo sie sich von materiellen Dingen trennen mussten. Mir ist das nicht immer mit Erfolg gelungen dabei zu helfen, zumal betroffene Menschen vor Menschen flüchten die Hilfe anbieten. Bspw. Hilfe in Form von Übernahme von Entscheidungen die der Betroffene nicht treffen kann.

Der Begriff Messie-Syndrom (vgl. „Hoarding-Syndrom“) hat als signifikantes Merkmal die Entscheidungsunfähigkeit, Wertbeimessungsstörung, Kategorisierungs- und Ordnungsschwierigkeiten. Das Problem an der Sache ist, dass es für Nichtbetroffene schwer vorstellbar ist das der Betroffene sein Problem nicht selber erkennt. Weiterlesen

 

Zunächst ist es philosophisch dass Mann und Frau bzw. und auch toleranterweise gleichgeschlechtliche Partner zusammenkommen und ein Leben lang zusammen bleiben. Wer hat diese Regel gemacht, bzw. wer hat die Menschheit so konditioniert dass man ein schlechtes Gewissen hat, wenn man Geschlechtspartner wechselt, oder gar in einer Dreierbeziehung lebt?

Es ist überliefert wie unsere Altvorderen teilweise gelebt haben. Ein Mann von Ehre und Rang hatte nicht nur eine Frau, sondern mehrere, bzw. dazu auch einen „Jüngling“.

Das Regelwerk der Monogamie schufen Religionen. Und dies hatte einen Grund. Die Bevölkerungsexplosion auf dieser Erde wäre möglicherweise so noch schneller und heftiger von Statten gelaufen.

Nach diesem kurzen Abstecher in Relationen was „richtig“ und was „falsch“ sein soll, müssen wir uns die Entwicklungen anschauen. Was waren damals Werte und Moral, wie haben diese sich entwickelt, vor allem warum, und wie sieht es eigentlich heute aus?

Die Rolle der Frau hat sich verändert, und somit auch ihre Unabhängigkeit. Hinzu kommen Gesetze, die die Frau als körperlich schwächeres Wesen (in den meisten Fällen) gegenüber dem Mann schützen.

Woher der Wunsch vieler in Beziehungen leben zu wollen, so wenn das Singledasein so viele Freiheiten verspricht? Gerade in der heutigen Zeit?

Es gibt keine Pauschale, d.h. es gibt verschiedene Gründe, die verschiedene Ursachen haben.

Es gibt die Menschen die selbstbestimmt durch das Leben gehen wollen, und welche die eher mitgezogen werden wollen. Letzteres wird oftmals als unglücklich machend dargestellt. Es gibt bei der Selbstbestimmtheit und auch bei der eher dienenden Variante viele Abstufungen. Weiterlesen

Mit einem Interview von t3n.de (das Magazin für digitales Business) möchte ich einleiten, und daraus ein Fazit ziehen:

Die Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Marie-Luise Goldmann warnt vor einem Spaß-Imperativ in der heutigen Gesellschaft. Müssen sich die Ansprüche an Arbeit verändern?

Für eine Fachrichtung entscheiden und durchziehen: Mit der Einstellung ist die Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Marie-Luise Goldmann selbst ins Studium gestartet. Und hat eine Fächerkombination gewählt, von der sie sich am meisten Spaß versprochen hat – eine Maßgabe, an der sie heute viele Probleme erkennt. Warum, erklärt sie im Interview. Weiterlesen

Wer die Angst besiegen möchte, muss durch sie hindurch:

Wer Angst hat vor Menschen zu sprechen, der muss vor Ihnen sprechen. Wer Angst hat vor der Höhe, der muss einen Fallschirmsprung machen. Wer Angst hat vor Veränderungen, der muss verändern. Nur so besiegt man seine Ängste.

Angst lähmt. Sie macht handlungsunfähig und starr. Weiterlesen

Warum Veränderungen scheitern- und was man dagegen tun kann.

Solange die Zahlen so sind, dass es für niemanden eng erscheint, werden Veränderungen vermieden. Ein Wachstum jedoch ist durch die Beibehaltung alter Systeme begrenzt.

Ein Auszug aus der Automobilbranche des VW Konzerns mit einem journalistischen Artikel:

(..)„An die Stelle dieses Befunds ist nun eine fast apokalyptische Analyse getreten, mit dem nüchternen Hinweis, dass es sehr eng für den Autokonzern werde, „wenn wir in unserem jetzigen Tempo weitermachen“. Die Umwandlung von Volkswagen in einen digitalen Tech-Konzern nannte er eine gigantische Aufgabe. 2020 werde sich zeigen, wie wetterfest, agil und reaktionsfähig VW geworden sei. „Der Sturm geht jetzt erst richtig los“, mahnte Diess.

Von diesem Sturm spüren viele VW-Mitarbeiter offenbar noch nichts oder nicht genug – was nicht verwundert. Anders als die Traditionskonzerne Thyssen-Krupp, Commerzbank oder Deutsche Bank steht der Wolfsburger Autokonzern glänzend da. Das Geschäftsmodell mit dem Verkauf von Verbrennungsmotoren funktioniert trotz Dieselaffäre. Jahr für Jahr verdient VW einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Bei einem solchen ökonomischen Erfolg ist die Einsicht in radikale Veränderungsprozessen nicht gerade ausgeprägt. Entsprechend hoch sind die Beharrungskräfte, die so lange wie möglich am Altbewährten festhalten. Diess muss es gelingen, aus diesen Besitzstandswahrern mutige Reformantreiber zu machen, die das Unternehmen und auch sich selbst verändern. (..) Weiterlesen

Quelle :

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/exponentielles-corona-wachstum-die-zukunft-kommt-schneller-als-sie-denken-kolumne-a-121911ce-1638-4698-ad9a-28a7f3443d98?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Text von Christian Stöcker, Jahrgang 1973, ist Kognitions­psychologe und seit Herbst 2016 Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Dort verantwortet er den Studiengang “Digitale Kommunikation”. Vorher leitete er das Ressort Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE.

Angela Merkel hat diese Woche erklärt, was exponentielles Wachstum bedeutet: eine gewaltige Beschleunigung. Es ging um Covid-19 – doch es gibt noch viel bedrohlichere Exponentialfunktionen.

Corona-Pandemie: Leider sprechen weder die Kanzlerin noch andere Politikerinnen und Politiker gern über die vielen anderen Exponentialfunktionen

Neulich erklärte die promovierte Physikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz mal wieder die Exponentialfunktion. Weil, so hat sie das vor Monaten schon einmal formuliert, “ja nicht jeder sich jeden Tag damit auskennt”. In den vergangenen drei Monaten habe sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland dreimal verdoppelt, führte Merkel diese Woche aus, und wenn das so weitergehe, dann stehe man im Dezember bei 19.200 Neuinfektionen. Man müsse handeln, so Merkel, “wenn wir wieder so ein ins Exponentielle gehende Wachstum haben”.

Ich habe mich über diesen Exkurs sehr gefreut. Nicht nur weil diese elementare, wichtige Wahrheit über Corona offenbar schon wieder in Vergessenheit geraten ist, sondern weil ich ein ganzes Buch über die Exponentialfunktionen in unserer Welt geschrieben habe. Es gibt nämlich noch viel mehr davon. Sie bestimmen unser Leben und unsere Zukunft. Es wird höchste Zeit, dass die Menschheit das endlich begreift. Bevor es zu spät ist. Menschen sind leider sensationell schlecht darin, Exponentialfunktionen zu verstehen. Tatsächlich gilt diese Unfähigkeit in der Psychologie als typisches Beispiel für die Beschränkungen eines uns eigenen Modus der Informationsverarbeitung, den der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman schlicht “System 1” getauft hat.

“System 1” ist so etwas wie der empirisch begründete und weniger sexbesessene Cousin von Sigmund Freuds “Es”: System-1-Prozesse laufen automatisch und weitgehend oder ganz ohne bewusste Kontrolle ab, sie fühlen sich mühelos an. Sie kommen dem entgegen, was in der Psychologie der “kognitive Geizkragen” genannt wird. Wir sind nämlich ziemlich denkfaul. Das können Sie an sich selbst ausprobieren. Wenn ich Ihnen zum Beispiel vorschlage, mal schnell zum Spaß im Kopf 17 x 23,8 auszurechnen, haben Sie keine Lust, oder? Zu anstrengend.

Rechnen, pfeifen, Fahrrad fahren

17 x 23,8, das kann System 1 nicht, aber vier plus vier schon. Ersteres erfordert geistige Anstrengung, exekutive Kontrolle, wie das in der Psychologie heißt. Letzteres wird einfach aus dem Gedächtnis abgerufen. Vier plus vier können Sie auch “ausrechnen”, während Sie Fahrrad fahren und dabei ein Lied pfeifen. Bei 17 x 23,8 wird das sehr schwierig. Dafür brauchen Sie System 2: regelbasiert, kontrolliert, logisch denkend, von Vorwissen und Überzeugungen geleitet. Anstrengend. Nicht beliebig mit anderen Aktivitäten kombinierbar.

System-1-Prozesse kann man umgekehrt aber oft schwer sprachlich erläutern: Versuchen Sie mal, einem Kind nur mit Worten zu erklären, wie man Fahrrad fährt und dabei pfeift.

System-1-Prozesse sind absolut lebensnotwendig (hätten Sie keine System-1-Verarbeitung, könnten Sie nicht gleichzeitig aufrecht sitzen oder stehen und diesen Text lesen), aber in einer komplexen Welt wie der unseren auch sehr fehleranfällig. Die meisten Verzerrungen und Fehler, denen unser Denken und Schlussfolgern unterliegt, sind System-1-Prozesse. Zum Beispiel die Verfügbarkeitsheuristik, die uns glauben lässt, dass etwas wahrscheinlich ist, nur weil wir uns leicht daran erinnern können. Was oft in den Nachrichten kommt, fühlt sich gefährlicher an. Viele Leute haben mehr Angst vor Terroristen oder “Migranten” als vor Krebs, obwohl daran weit mehr als 200.000 Menschen pro Jahr sterben. Krebs kommt aber selten in den Nachrichten.

Auch unsere enormen Probleme beim Umgang mit Exponentialfunktionen sind eine Folge der Unzulänglichkeiten von System 1.

Es gibt einen sehr kurzen Test, mit dem man das demonstrieren kann. Er stammt von Shane Frederick, der lange mit Daniel Kahneman zusammengearbeitet hat. Der Test besteht nur aus drei Fragen, die dritte ist diese:

Die Seerosen in einem Teich verdoppeln ihre Fläche jeden Tag. Wenn der See nach 48 Tagen komplett mit Seerosen bedeckt ist, wie lange hat es gedauert, bis er zur Hälfte bedeckt war?

Überlegen Sie mal, aber nur ganz kurz, und antworten Sie dann im Kopf.

Sehr viele Leute antworten auf diese Frage mit: “24 Tage”. Das ist die System-1-Antwort. Sie erscheint auf den ersten Blick intuitiv einleuchtend, halber Teich bedeckt, Hälfte der Tage. Sie ist aber falsch. Richtig ist: Der See ist nach 47 Tagen halb bedeckt, die letzte Verdoppelung dauert nur einen Tag, so lang wie alle anderen Verdoppelungen vorher auch.

Viele andere Exponentialfunktionen auf dem Weg zum Abgrund

In einer Vielzahl von Studien mit insgesamt über 44.000 Versuchspersonen gab etwa die Hälfte aller Befragten eine falsche Antwort auf diese Frage. Das ist das Wesen der Exponentialfunktion: Unser Kopf sperrt sich dagegen, diese verrückten Sprünge als Realität zu akzeptieren. Es gibt sie aber. Nicht nur während einer Pandemie.

Es war also gut und richtig, dass Merkel den versammelten Journalistinnen und Journalisten noch einmal das Prinzip des exponentiellen Wachstums erklärte. Leider sprechen weder die Kanzlerin noch andere Politikerinnen und Politiker gern über die vielen anderen Exponentialfunktionen, die uns gerade unaufhaltsam auf einen katastrophalen Abgrund zutragen. Das müssten sie aber dringend.

In etwa 250 Jahren verdoppelt

Die aktuell wichtigste ist die Menge CO2, die wir in Atmosphäre blasen. Sie wächst immer noch exponentiell. Trotz aller Klimaabkommen. Vor dem Beginn der Industrialisierung – und etwa eine Million Jahre davor – lag der Anteil von CO2 in der Atmosphäre bei etwa 280 ppm (parts per million). Manchmal ein bisschen mehr, meist weniger, aber immer in dieser Region. Dann kam die Industrialisierung, und das exponentielle Wachstum begann.

2019 wurden erstmals 415 ppm CO2 in der Atmosphäre gemessen. So hoch war die Konzentration in der gesamten Geschichte der Menschheit nicht. Deshalb taut jetzt der Permafrostboden in arktischen Regionen, deshalb schmilzt der Eisschild Grönlands. Deshalb sterben die Korallenriffe.

Die einzig gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist: Die globale Durchschnittstemperatur steigt im Moment nicht exponentiell, sondern linear. Das muss aber nicht so bleiben.

Wenn wir so weitermachen wie im Moment, erreichen wir 560 ppm etwa im Jahr 2060. Dann hätten wir Menschen die CO2-Menge in der Atmosphäre innerhalb von etwa zweieinhalb Jahrhunderten verdoppelt.

Das Experiment sind wir: Unsere Welt verändert sich so atemberaubend schnell, dass wir von Krise zu Krise taumeln. Wir müssen lernen, diese enorme Beschleunigung zu lenken.

Exponentiell wachsen auch noch viele andere Messwerte und Indikatoren in unserer Welt. Das Weltbruttoinlandsprodukt zum Beispiel. Die Bevölkerung in Großstädten. Plastik- und anderer Müll. Die Stickstoffkonzentration in Küstengewässern (das liegt am Dünger).

Viele Menschen wissen nicht, dass ein konstantes prozentuales Wachstum am Ende eine Exponentialfunktion ergibt, also so eine Kurve, die nach rechts immer steiler wird, bis sie fast senkrecht aussieht. Das ist aber so. Ein konstantes Wirtschaftswachstum von zwei Prozent pro Jahr zum Beispiel sorgt dafür, dass sich die Größe einer Volkswirtschaft in etwa 35 Jahren verdoppelt. Wir machen das mit Absicht. Ja, wir streben es sogar an.

Das ist wie mit Corona

Aber natürlich gibt es da einen unheilvollen Zusammenhang: Unser ständiges exponentielles Wirtschaftswachstum verbraucht exponentiell mehr Ressourcen, produziert exponentiell mehr Abfall und Giftstoffe, pumpt exponentiell mehr CO2 in die Atmosphäre. Alles geht immer schneller. Das ist die Große Beschleunigung.

Es wäre schön, wenn Angela Merkel das eines Tages auch einmal in einer Pressekonferenz erklären würde. Wieder mit der Ergänzung, man müsse handeln, “wenn wir so ein ins Exponentielle gehende Wachstum haben”.

Da ist es mit dem Klima und der Umweltzerstörung nämlich wie mit Corona: Wenn man zu lange wartet, ist es einfach zu spät. Dann ist die Katastrophe da

Nicht nur ein Dillemma der Partnersuche…..sondern später auch in Beziehungen.

Die Sache mit dem erlegten Drachen….

Jemanden über die sozialen Netzwerke kennen zu lernen, also zunächst „digital“ bzw leserisch, ist der Zahn der Zeit, dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet und daher auch legitim.

Mehr oder weniger kommt jeder in den Genuss einer Korrespondenz die zum Ziel hat, jemanden näher kennen lernen zu wollen oder zu können.

Die Motivation diesen Text zu verfassen sind Erfahrungswerte, und Tipps wie man mit Ihnen umgehen kann. Weiterlesen