Erziehung- Teil 2: Krippe eine gute Lösung?

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Erziehung Teil 2- Die Krippe

 

 

„Es is´ nicht eins´ wie´s annere“ Ist so eine alte auf platt gesagte Weisheit. Es gibt Kinder die fordern viel Aufmerksamkeit ein, und andere die beschäftigen sich stundenlang mit sich selber in einer Ecke und schieben Ihre Eisenbahn über den Fußboden. War schon immer so.

Durch gesellschaftliche Veränderungen werden manche Tendenzen verstärkt andere abgeschwächt.

In der DDR wurde hochgelobt dass junge Frauen trotz Kinderwunsch arbeiten konnten (oder subtil auch mussten) um dem Staat dienen zu können. Durch die Schaffung von Krippenplätzen konnten auch unter 3 Jährige in Obhut gegeben werden.

Was für die Wirtschaft des Staates gut ist, muss für das Individuum jedoch nicht automatisch auch gut sein. Aufgrund meiner Beobachtungen habe ich mich auf die Suche gemacht Artikel zu finden die sich differenziert mit dem Thema Krippenkinder und Auswirkungen auf die Entwicklung beschäftigen. Ich versuche es wieder in ein paar Minuten Text runter zu brechen, wer tiefer gehen möchte am Ende die Quellenangaben als Direktlink.

Ich muss leider aus eigener Erfahrung schreiben und kurz einleiten. Es darf auch jeder wissen, denn wir als Eltern sind mit diesem Phänomen nicht allein. Im Blog hatte ich bereits über Erziehung geschrieben und die Auswirkungen von TV und Medienkonsum erläutert. Das eigene Denken und auch die Freude am eigenen denken (vgl. Gerald Hüther- Etwas mehr Hirn bitte, 2015) wird gedämpft wenn das Gehirn dazu nicht gefordert wird. Zwar kann TV auch bilden durch Reportagen, auch manche Filme beflügeln zum Nachdenken. Man kann nicht pauschal TV und Internet verteufeln, aber die Dosis macht das Gift. Es fehlt aber die Re-Aktion vom TV. (Siehe Blogtext Erziehung)

Viele Sportler, insbesondere Ausdauersportler sind tendenziell erfolgreicher im Leben (Erfolg lässt sich unterschiedlich definieren…bei einer Studie über das „Zufrieden sein“ bzw „empfundenes Glück“ schneiden Sportler besser ab). Was macht ein Ausdauersportler wenn er zwei oder drei oder auch 5 Stunden Fahrrad fährt? Ein Läufer der ein oder zwei oder auch vier Stunden läuft? Es gibt zahlreiche Beispiele…..die Antwort ist gleich: Denken. In vielen Fällen ist der Ausdauersportler, insbesondere die Triathleten oder Marathonläufer mit sich alleine.

Das Allein sein ist m.E. eine Notwendigkeit um sein Gehirn zu trainieren. Das impliziert jetzt nicht dass man es favorisieren sollte allein zu sein, und das Geselligkeit per se schlecht ist. Denn Glück ist das Einzige was sich verdoppelt wenn man es teilt…..Dennoch, das Allein sein bietet viel Potenzial.

Die Brücke ist geschlagen zu kleinen Menschen die am Anfang ihrer Gehirnentwicklung stehen…und in der Krippe Konditionierungen bilden.

Ich möchte den Krippen nicht absprechen dass sie so gut sie können „Trubel“ im Tagesgeschäft meiden. Die Gruppengröße von Krippenkindern sind i.d.R. bereits so strukturiert dass Kleinstkinder dies ohne größere Stressfolgen überstehen. So die Annahme. Im Vergleich zu Kriegs-, oder dritte Welt-Kinder sind unsere Kleinen noch in Watte eingepackt.

Dennoch……Was passiert mit Kindern die mit 8 Monaten dann in die Krippe gehen? Sie haben die volle Aufmerksamkeit von Erziehern und auch von anderen Kindern. Es gibt ein Tagesprogramm mit div. Beschäftigungen.

Die Kinder sind Gehirntechnisch noch im „Ich“, d.h. sie sind kognitiv noch nicht in der Lage sich in Gedanken und Gefühle des anderen hinein zu versetzen. Eigene Wünsche zu befriedigen steht im Vordergrund. Kinderpsychologen sprechen daher vom „narzistischem Kleinkind“ welches keine Abwertung oder sonstig negative Bewertung dar stellt.

So wird durch ständige Aufmerksamkeit und „Programm“ das „Ich“ des Kleinstkindes verstärkt, es lernt dass es, um es salopp ausgesprochen, den ganzen Tag von außen „belustigt“ wird. Es muss sich nur teilweise mit sich selber beschäftigen, denn es wird ja beschäftigt. Die Erfahrungen haben gezeigt dass Kinder im späteren Verlauf die in Krippen waren, KEIN besseres Sozialverhalten aufwiesen als andere die erst mit 3 Jahren in den Kindergarten kamen.

Es gibt Gründe warum Kleinstkinder in die Krippe sollen oder müssen. Die Mama muss oder will arbeiten gehen. Nach der Krippe kommt das Kind dann in den Kindergarten und wird oftmals bis zum Schluss da bleiben, manche Kindertagesstätten haben bis 17 Uhr auf. Man möchte nun denken dass wenn dann das Kind zu Hause bei Mama und /oder Papa ist, dass die fehlende Zeit miteinander nun „nachgeholt“ wird. Dies ist Wunschdenken, denn überforderte Eltern(teile) müssen sich nun nach der Arbeit um private Dinge kümmern und setzen das Kind vor den Fernseher oder bringen es (wieder) weg: zu Oma und Opa o.ä.

Das Kind hat nun erfahren dass es immer Aufmerksamkeit bekommt, aber nicht von Mama bzw Mama und Papa. Es wird dann versuchen die Aufmerksamkeit zu erlangen.

Im anderen Fall wenn Eltern(teile) in der Tat die Zeit dann mit Aufmerksamkeit und „Erlebnissen“ nach holen, weil sie zu wenig Zeit für und mit dem Kind verbringen konnten, lernt das Kind Folgendes: Immer volle Aufmerksamkeit zu bekommen, es bleibt im „Ich“, auch in der folgenden Entwicklung.

Der Reifeprozess weg vom narzistischen Kleinkind kann extrem verzögert werden, u.U. kann sich der Mensch sehr schlecht mit sich selber beschäftigen und fordert von seinem Umfeld ständig Aufmerksamkeit.

 

Wenn dann noch die Komponenten des „Lust-Prinzips“ welche ich im Blogtext Erziehung definiert habe hinzukommen, dann sind dramatische Entwicklungen vorprogrammiert.

Die Lösung wäre m.E. dass Frauen, die sich entscheiden Kinder zu bekommen, sich bewusst werden dass sie das Kind dann gute 3-3,5 Jahre permanent um sich herum haben sollten und es von selbst auch möchten (neben Papa, und Familienmitglieder die unterstützen). Die Krippe muss gesellschaftlich als Notlösung betrachtet werden und nicht als eine Weiterentwicklung. Der Staat muss mehr Anreize schaffen Frauen darin zu unterstützen ihre Kinder länger bei sich zu behalten.

Und es muss eine Aufklärung geben dass Frauen die die Verantwortung die das Mutter sein mit sich bringt sich nicht zutrauen, nicht minderwertiger sind in der Gesellschaft als Mütter. Das landläufige Wertekorsett bis so und so viel Jahren ausgebildet/studiert zu sein, bis dann und dann so und so viel Geld zu verdienen und bis zu einem gewissen Alter geheiratet zu haben und bis dann und dann so und so viel Kinder zu haben…..Manchmal erfüllen Frauen die Erwartungen anderer: der Eltern, der Freunde, des Partners…..

Kinder brauchen viel Liebe. Bedingungslose Liebe. Jede Frau und jeder Mann die Mutter und Vater  werden wollen, sollten sorgfältig prüfen ob sie sich so viel selber lieben dass sie Liebe abgeben können und wollen. Denn Liebe beansprucht auch Zeit. Zeit für sich und Zeit für andere. Wenn jemand weder genügend Zeit für sich noch ausreichend für andere hat, sollte sich überlegen Kinder in die Welt zu setzen.

 

Mehr Infos unter den Quellen:

http://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/230383/von-der-krippe-bis-zur-hochschule-das-bildungssystem-der-ddr

https://www.tagesspiegel.de/wissen/studien-zur-krippenerziehung-grosser-stress-fuer-kleine-kinder/6596238.html

http://www.wilhelm-griesinger-institut.de/veroeffentlichungen/kinderkrippensorgenkrippen.html

 

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