Hyperthermie- „künstliches Fieber“

hyperthermie, künstliches Fieber, Krebsforschung, Gregor Schäfer

Hyperthermie ist eine Überwärmung des Körpers gegen die Tendenz des Wärmeregulationszentrums. Im Gegensatz zum Fieber ist sie nicht durch Pyrogene ausgelöst und spricht daher nicht auf fiebersenkende Medikamente an. Eine Sonderform ist die Maligne Hyperthermie, bei der die erhöhte Körpertemperatur als schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung und auch beim Konsum von bestimmten Drogen (z.B. Ecstasy) auftritt.

Die künstlich erzeugte Temperaturerhöhung (Therapeutische Hyperthermie) wird beispielsweise zur Behandlung von Krebserkrankungen angewendet. Hyperthermie wird besonders im Bereich der alternativen Krebsbehandlung sowie in der komplementären Onkologie eingesetzt. Durch die künstliche Überwärmung des Körpers kann im Einzelfall eine bislang unwirksame Chemo- oder Strahlentherapie unterstützt, bzw. erst zur Wirksamkeit gebracht werden.

Es gibt verschiedene Arten der Hyperthermie. Man unterscheidet zwischen Ganzkörperhyperthermie, loko-regionaler Tiefenhyperthermie und Prostatahyperthermie. Bei der Ganzkörper-Hyperthermie wird mit Ausnahme des Kopfes der gesamte Körper mittels wassergefilterter Infrarotstrahler überwärmt. Dabei erreicht die Körpertemperatur Werte zwischen 39,5 °C und 40,5 °C. Bei der lokoregionalen Tiefenhyperthermie wird nur das betroffene Gewebe oder Organ bis maximal 44 Grad Celsius überwärmt. Einen besonderen Stellenwert hat die Behandlung der Prostata mittels der Transurethralen Hyperthermie. Dabei wird zusätzlich zur Wärme ein elektrisches Feld aus Radiokurzwellen aufgebaut.

Quelle: wikipedia

So nennt man die gezielte Überwärmung von Gewebe, die auf der Erkenntnis basiert, dass Tumorzellen bei einer Temperatur von 40 bis 43 Grad Celcius sterben. Anders als bei der Fiebertherapie, bei der der gesamte Körper mit Hilfe von Bakteriengiften auf Fiebertemperatur erwärmt wird, ist die regionale Hyperthermie lokal beschränkt. Bei Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und bösartigen Keimzelltumoren, einer seltenen Krebserkrankung bei Kindern, zeigt die Methode Erfolge. Bei Knochen- und Weichteiltumoren, sogenannten Sarkomen, ist der Nutzen der Hyperthermie schon länger belegt. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen daher auch die Kosten, sofern die Behandlung in Kliniken stattfindet, die von der Hyperthermie-Fachgesellschaft ESHO zertifiziert sind – aber nur dann. „Die Chance, dass sich der Tumor verkleinert, verdoppelt sich durch die Kombination Hyperthermie und Chemotherapie“, sagt Issels. „Für die Patienten ist es ein signifikanter Zugewinn an Lebenszeit und Lebensqualität.“ Ebenso setzten die Experten Hoffnungen in sogenannte thermosensitive Liposomen: Umhüllt man Kontrastmittel zusammen mit Arzneimitteln mit diesen winzigen Fettpartikeln, löst sich die Liposomenhülle erst dort, wo der Tumor durch die Hyperthermie überwärmt wird, und gibt die Medikamente frei. „Die Chemotherapie wird genau dort freigesetzt, wo sie in erster Linie wirken soll“, sagt Issels. „Das ist die Zukunft.“

Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hyperthermie-krebszellen-im-waermestress-a-909220.html

Wer übernimmt die Kosten, wenn ich mich zu einer Hyperthermie-Behandlung entschließe?

Patienten sollten im Vorfeld einer Behandlung klären, ob ihre Krankenkasse für die Kosten der Hyperthermie aufkommt. Da die Hyperthermie derzeit in Deutschland kein Standard ist, müssen Krankenkassen die Behandlung zwar nicht zahlen. Sie können sich unter Umständen aber dazu bereit erklären, als sogenannte Einzelfallentscheidung. Vorher prüfen die Versicherungen aber zunächst die Rahmenbedingungen, unter denen die Behandlung stattfinden soll.

Ein Link zur sehr detaillierten Beschreibungen hierrüber: http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/hyperthermie.php