Fallbeispiele

Zu spät erkannt!

Ein mit Ateriosklerose bekannter Patient, welcher auch schon an diversen Stellen Stands bekommen hatte, klagte über Bauchschmerzen. Diese hielten schon ein paar Tage an.
Da „Bauchschmerzen“ sehr komplexer Herkunft sein können, ist die Diagnose für einen Arzt sehr schwierig. Selbst der Patient braucht ggf länger, bis er sich entscheidet zum Arzt zu gehen, denn Bauchschmerzen hat ja jeder mal. Der Eine mehr, der andere weniger.

Oft wird „Licht ins Dunkel“ gebracht durch Magen/Darmspiegelungen. Leider kommt man nicht bis in den Dünndarm. Ein MRT ist hier dann hilfreich.

Dieser Patient stand kurz vor einem Abdomen (stark verhärteter Bauch), und wurde von einem Krankenwagen abgeholt.
Im Klinikum wurde er erstmal auf der „Inneren“ aufgenommen, eine erste kurze Untersuchung fand statt, und man entschloss sich „gleich“ am nächsten Morgen Spiegelungen zu machen.
Zu diesen kam es nicht mehr, der Patient verstarb.
Was ist passiert?
Eine Person die bekanntlich unter PAVK (partielle arterielle Verschluss Krankheit), leidet kann überall Verschlüsse haben, in diesem Fall hatte der Patient einen Mesenterialinfarkt gehabt. Der Darm wird nicht mehr versorgt (Blutgefäße dicht), u.U. stirbt Gewebe ab, der Darm bekommt einen „Infarkt“ und erlahmt. Die Nahrung wird nicht weiter „bearbeitet“ insbesondere nicht hinaus befördert. Es kann u.U. sogar zu einem Durchbruch kommen, der Darminhalt ist dann da, wo er nicht hin gehört.

Im Prinzip hätte der Patient nicht auf die Innere gemusst, sondern sofort in die Chirurgie um ihn auf zu machen, denn ein Abdomen bei einem PAVK Patient ist ein außerordentlicher Notfall !!

Für uns bedeutet dies, dass bei einem Infarktpatient (Herz oder Hirn) mit Bauchschmerzen immer die Signalleuchte aufgehen muss. Sofort MRT, oder gar zum Chirurgen!